26 Jul 2026
Nordrhein-Westfalen bringt Entwurf zur Änderung des Online-Casino-Spielgesetzes ein

Nordrhein-Westfalen hat einen Gesetzentwurf zur Novellierung des Online-Casino-Spielgesetzes vorgelegt, der auf dem Glücksspielstaatsvertrag von 2021 basiert und bis zu fünf Online-Casino-Spiele einschließlich Live-Dealer-Übertragungen über ein wettbewerbsrechtliches Vergabeverfahren lizenzieren soll, während gleichzeitig Vorschriften für Dienstleister eingeführt und die gemeinsame Nutzung von Räumlichkeiten für Live-Streaming ermöglicht werden, um wirtschaftlichen Gegebenheiten Rechnung zu tragen und gleichzeitig die regulatorische Aufsicht aufrechtzuerhalten.
Hintergrund des Glücksspielstaatsvertrags von 2021
Der zwischen den Bundesländern geschlossene Staatsvertrag legte einheitliche Rahmenbedingungen für das Glücksspielwesen fest, wobei Nordrhein-Westfalen nun durch die geplanten Änderungen am Online-Casino-Gesetz konkrete Umsetzungsschritte unternimmt, die den Markt schrittweise für private Anbieter öffnen und dabei an die Vorgehensweise in Schleswig-Holstein anknüpfen, wo bereits früher Lizenzen vergeben wurden.
Kernpunkte des Gesetzentwurfs
Der Entwurf sieht vor, dass maximal fünf Online-Casino-Spiele lizenziert werden dürfen, darunter Live-Dealer-Formate, und dass das Verfahren über eine förmliche Ausschreibung nach Wettbewerbsrecht erfolgt, während zusätzliche Regelungen für Service-Provider geschaffen werden und die gemeinsame Nutzung von Studios für Live-Übertragungen ausdrücklich gestattet ist, um Kosten zu senken und gleichzeitig die Kontrolle durch die Aufsichtsbehörden zu gewährleisten.

Beobachter stellen fest, dass diese Bestimmungen den wirtschaftlichen Realitäten Rechnung tragen, indem sie es Anbietern erlauben, bestehende Infrastrukturen gemeinsam zu nutzen, ohne die Anforderungen an Datenschutz, Spielerschutz und Geldwäscheprävention zu lockern, und dass das Vergabeverfahren Transparenz und Fairness im Auswahlprozess sicherstellen soll.
Vergleich mit Schleswig-Holstein
Schleswig-Holstein hatte bereits vor einigen Jahren private Betreiber durch ein Lizenzsystem zugelassen, und Nordrhein-Westfalen folgt diesem Modell nun mit eigenen Anpassungen, die auf den Erfahrungen des Nachbarlandes aufbauen und gleichzeitig die bundesweiten Vorgaben des Staatsvertrags einhalten, sodass ein einheitlicher Rechtsrahmen mit regionalen Spielräumen entsteht.
Auswirkungen auf Anbieter und Markt
Branchenvertreter und Rechtsberater sehen in den geplanten Änderungen die Möglichkeit, dass private Betreiber künftig unter klaren Bedingungen in Nordrhein-Westfalen tätig werden können, während die Obergrenze von fünf Spielen und die Vorgaben zur gemeinsamen Nutzung von Räumlichkeiten eine kontrollierte Öffnung des Marktes ermöglichen und gleichzeitig den Schutz der Spieler sowie die Einhaltung der Aufsichtspflichten gewährleisten.
Die Einführung von Regelungen für Service-Provider schafft zusätzliche Klarheit für Unternehmen, die technische oder organisatorische Leistungen erbringen, und das wettbewerbsrechtliche Verfahren soll sicherstellen, dass nur qualifizierte Anbieter zum Zug kommen, wie aus Berichten von Noerr hervorgeht.
Zeitlicher Rahmen und weitere Entwicklungen
Im Juli 2026 wird erwartet, dass das Gesetzgebungsverfahren in Nordrhein-Westfalen weiter voranschreitet und erste Vergabeverfahren vorbereitet werden, wobei die Kombination aus Live-Dealer-Übertragungen und gemeinsamer Studio-Nutzung als praktische Lösung für die wirtschaftliche Umsetzung der Lizenzen gilt und gleichzeitig die regulatorischen Anforderungen erfüllt bleiben.
Schlussfolgerung
Die vorgesehenen Änderungen positionieren Nordrhein-Westfalen als weiteres Bundesland, das den Weg für private Online-Casino-Anbieter ebnet, und knüpfen an bestehende Modelle an, während sie durch die Begrenzung auf fünf Spiele, klare Vergabeverfahren und Vorgaben für Dienstleister einen ausgewogenen Ansatz zwischen Marktzugang und Aufsicht verfolgen.